Archiv

Uncategorized

Weihnachten ist, wenn Stirb langsam eins bis hundert läuft.

Weihnachten ist, wenn der kleine Lord in der 2012ten Wiederholung läuft,

wenn der falsche Tannenbaum gekauft wurde,

wenn den Kindern erklärt wird, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt und nicht das Christkind,

wenn das Kind kritisch nachfragt und betont, dass das Haus gar keinen Kamin hat,

wenn die Mutter Panik wegen der echten Kerzen am Weihnachtsbaum bekommt,

wenn die Bahn überfüllt ist und selbst ohne Eiseskälte oder Hochsommer nicht fährt,

wenn fünf Minuten vor Ladenschluss am meisten Umsatz gemacht wird.

 

In diesem Sinne ein besinnliches Weihnachtsfest und frohe Feiertage! Das Rutschen kommt dann später!

Advertisements

Ich bin in einer Welt aufgewachsen, in der eine „Supermacht“ 1,5 Billionen Dollar für Kriege ausgibt, statt allen eine Krankenversicherung zu geben. In einer Welt, in der Demokratische Staaten Dikatoren mit Überwachungstechnologie beliefern und das auch noch gut finden. In einer Welt, in der ich schon Schulden habe, bevor ich überhaupt eine Minute gelebt habe. Ich bin in einer Welt aufgewachsen, die viel Wind um nichts macht, aber den Wind des Wandels nicht akzeptiert und stattdessen bekämpft…
Was soll nur aus mir werden, wenn ich mich unbedingt an die Welt anpassen muss?

Es ist 1:19 Uhr als ich diesen Blogpost beginne. Ich habe eben Protectors in der ZDF Mediathek zu Ende geschaut und mir wieder mal Gedanken zu diesem Blog gemacht, wie es weiter gehen soll. Immerhin zahle ich für diese Domain 12 € Jährlich! Nicht viel Geld, die meisten zahlen so etwas aus der Portokasse, doch für eine Domain, die ich nicht nutze, sehr viel Geld.

Ursprünglich hatte ich mir gedacht, dass dieser Blogpost nur den Titel „What´s up with GTD“ trägt und nicht auch noch „What´s up with this blog?“. Es sollte um den Zustand von Getting Things Done in der Blogosphäre bzw. um Produktivität in der Blogosphäre gehen. Das Thema ist inzwischen ausgelutscht. Das sage ich ganz offen. Ich habe selber auf einer Liste in Evernote zwar noch c.a. 18 Themenideen und es würde im Laufe der Zeit bestimmt noch einige Themen hinzukommen, aber ich bin nicht mehr gewillt diesem Blog noch Lebensrettende Sofortmaßnahmen zu verpassen. Zugegeben, ich hatte in den vergangenen 8 Monaten wichtigeres zu tun, als zu bloggen. Das wichtigere nennt sich Abitur und war natürlich nicht ganz einfach. Hinzukommt, das mir selber die Leserschaft zu gering ist. Lasst mich kurz erklären, wie ich das meine. Wenn ich einen Blogpost schreibe, möchte ich daraus einen Mehrwert für mich machen. Ich möchte an Erkenntnis dazu gewinnen. Diese Erkenntnis möchte ich mit euch bzw. dem Internet teilen. Die Artikel in der Pipeline haben aber schon diesen Mehrwert erzeugt. Ich würde also nur noch das aufschreiben, was ich sowieso schon selber gelernt habe. Mein Ziel ist es aber durch das Arbeiten an etwas, etwas zu lernen! D.h. es ist mir wichtig etwas neues durch bsp. eine Recherche zu lernen. Etwas, dass ich nicht weiss, ist spannender zu erarbeiten, und das ist für mich bloggen, als etwas nochmal zu erarbeitenwas ich schon weiss.

Warum denke ich, dass Produktivität „ausgelutscht“ ist?

Zum Höhepunkt der GTD Welle gehört meiner Meinung nach auch das unendliche sprießen der Produktivitätsblogs. Die wenigsten haben es zu großer Bedeutung gebracht. Die meisten blieben, wie dieser Blog, in der Versenkung verschwunden.

GTD Times, der Blog von David Allen veröffentlicht nur noch redundantes Zeug, das sich mehr wie Propaganda liest, als ein interessanter Artikel. Den Newsletter habe ich auch schon abbestellt.

Imgriff.com vom Blogwerk Startup veröffentlicht nur noch wiedergekautes Material, was schon unendlich bearbeitet wurde. Nichts gegen imgriff.com, es gibt viele gute Artikel zum Thema Produktivität und auch viele gute Ideen, die den spät Einsteigern nützen, aber imgriff.com hat den Sprung nicht geschafft! Der Sprung hin von dem Thema Produktivität zu „Lifehacking“ oder den „improve your life“ Blogs. Diesen Sprung, oder dieses Grundbedürfnis erfüllen jetzt vielmehr Blogs wie karrierebibel.de.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Produktivität, „Die Dinge geregelt kriegen“ und Getting Things Done sind nicht etwas altes, was jetzt vergessen werden kann! Es sind immer noch gute Dinge, mit denen sich jeder beschäftigen sollte, nur ist die Hochphase zu Ende.

Es geht jetzt um „improve your life“ und nicht um „improve your work“! Der Blog, der  diesen Umschwung nicht schafft wird in Zukunft nicht mehr relevant sein.

Ich werde bald studieren, oder etwas anderes sinnvolles machen, aber ich kann meinen Lesern nicht erzählen, wie sie ihr Leben verbessern sollen. Vielleicht in zwanzig Jahren, wenn ich mich über die ersten grauen Haare ärgere und mir das Lesen ohne Brille langsam schwerfällt. Zudem trifft es auch nicht meine persönlichen Neigungen. Ich gebe Leuten lieber persönlich Tipps.

Wie soll es also nun weitergehen? Im letzten Jahr habe ich zur „Enterung“ der Marvi Marmara eine Presseschau zusammengestellt. Dies, wie auch der Erfahrungsbericht des Profilings in Israel haben mir persönlich sehr viel Spaß gemacht. Mir ist deswegen nach Protectors der Gedanke gekommen, dies auch weiterhin zu tun. Es passiert in der Welt viel und bislang habe ich mich gesträubt dies zu kommentieren, da ich die Konsequenzen fürchtete. Ich hatte aber immer was zum kommentieren und selten einen Ort dies aufzuschreiben.

Warum zum Teufel habe ich diesen Blog nicht dazu genutzt?

In der 600 Folge des Schlaflos in Muenchen Podcast kommen am Ende mehrere andere Podcaster zu Wort. Einer von Ihnen sagt, dass Podcasts sich immer weiterentwickeln. Blogs müssen das auch, sonst werden sie zusammen mit ihren Themen in dem Wust von Wörtern im Word Wide Web untergehen. Das selbe gilt, finde ich, auch für Blogs. Dieser Blog macht einen neuen Schritt in seinem Leben, genauso wie sein Autor! Wie dieser Schritt aussieht, weiss ich noch nicht. Das es einen geben muss ist aber klar.

Es ist jetzt 2:07 Uhr dieser Blogpost geht gleich online und sein Autor schlafen. Wer im Übrigen Rechtschreibfehler findet, darf sie egal ob in früher, oder später Stunde, behalten.

In Sicherheitsdebatten waren wir Deutschen schon immer nervös und leicht zu provozieren. Das ist auch gut so, denn nicht alles was die Innenminister vorschlagen ist richtig und entspricht der Auffassung von Verhältnismäßigkeit. Siehe Vorratsdatenspeicherung oder Zugangserschwerungsgesetz. Aber auch die Nacktscanner auch euphemistisch „Body-scanner“ genannt, erinnern uns immer wieder, welche Blüten das Verlangen nach Sicherheit in uns treibt.

Jetzt wurde vorgeschlagen ein sogenanntes Profiling an Flughäfen durchzuführen. In Israel ist dies Standard. Jeder muss sich einer „Befragung“ unterziehen und bekommt eine Nummer zwischen eins und fünf. Eins ist ungefährlich, zwei und drei auch noch. Wer die vier bekommt wird etwas genauer überprüft und wer die fünf hat wird speziell zum Check in begleitet.

Die Nachrichten der letzten Tage sagten, dass die Fluggäste nach bestimmten Kategorien eingeteilt werden. Je nachdem wieviele Informationen vorliegen und welcher Religionszugehörigkeit der Fluggast angehört. Von Nervenzusammenbrüchen der Fluggäste, die befragt wurden, wurde berichtet und wie schrecklich das ganze sei. Quellen oder Gründe warum das so sei, wurden freilich nie genannt.

Ich selber war vor zwei Monaten in Israel. Ich bin von München aus nach Tel Aviv zum Flughafen Ben Gurion geflogen und von dort auch wieder zurück. Ich habe das Profiling hautnah erlebt und weiss wie es abläuft.

Sicherheitskontrolle München

Der Flughafen München hat ein extra Terminal für Abflüge nach Israel eingerichtet. Man muss sehr lange zu Fuß dorthin laufen und findet das unbeleuchtete Terminal kaum. Drinnen empfängt einen der härteste Sicherheitscheck den ich je in meinem Leben gesehen habe.

Es war nicht nur der härteste, sondern auch der unangenehmste Sicherheitscheck. Pass vorzeigen gehört noch zum normalen Standard. Etwas Small-Talk mit dem Beamten auch. Das Gepäck wird durchleuchtet, und man selber auch. Das Gepäck wird systematisch durchsucht, alle Flüssigkeiten über der magischen Grenze von 10 ml werden entsorgt. Die Schuhe müssen ausgezogen werden. Lässt die Hose mit den Nieten, den Metalldetektor Piepen wird man abgetastet und durchsucht. Meinen die Polizei irgendetwas verdächtiges in der Tasche gefunden zu haben, zum Beispiel einen Zirkel, wird die Tasche teilweise ausgepackt. Meine Kamera wurde auf die Funktionstüchtigkeit kontrolliert und es wurden Bilder angeguckt. Glücklicherweise hatte ich keine Bilder gespeichert und Die Speicherkarte vorher frei gemacht. Nach dem intensivsten Sicherheitscheck wird man persönlich von Sicherheitsbeamten zu einem Bus begleitet, der einen zum Flieger bringt. Der Flieger selbst startet mit knapp einer Stunde Verspätung.

Ich habe den Sicherheitscheck persönlich als sehr unangenehm empfunden und hatte Angst. ich bekam auf mein Gepäck eine Individuelle Nummer, damit ich immer identifizierbar sei. Diese Nummer wurde eingescannt und ich weiss nicht, was mit den Daten passiert. Wo sie gespeichert werden. Wann sie gelöscht werden. Wofür sie verwendet werden.

Sicherheitskontrolle Tel Aviv – Ben Gurion

Ich bin damals in einer Gruppe aus gleichaltrigen jungen Leuten geflogen. Wir hatten alle Deutsche Pässe und wussten über das Profiling an israelischen Flughäfen bescheid. So sollte man sich zwei Stunden vor Abflug einfinden. Man wartet sehr lange in einer Schlange. Jeder wird einzeln befragt. Pässe müssen bereit gehalten werden.

Im Gegensatz zu dem, was in den Medien immer unterschwellig unterstellt wurde, wird man nicht nach Religionszugehörigkeit gefragt. Mir wurden drei Fragen gestellt.

  1. Wie lange ich schon in Israel gewesen sei?

Diese Frage hätte durch einen einfachen Blick in den Pass kontrolliert werden können: Durch den Stempel bei der Einreise.

2. Haben Sie bei jemand anderem Übernachtet

Ja habe ich, ich habe erklärt wo und wann. Namen musste ich nicht nennen. Ich musste auch keine Adresse oder andere Aspekte nennen.

3. Haben Sie ihre Tasche alleine gepackt? Sind irgendwelche Geschenke von der Gastfamilie in der Tasche?

Ich hatte die Tasche komplett alleine gepackt und bis auf ein wenig Nahrung keine weiteren Geschenke oder Dinge von meiner Gastfamilie erhalten. Das Essen hatte ich in meinem Handgepäck. Die Profilerinn, es sind ausschliesslich Frauen die uns befragten, bedankte sich bei mir für meine Mitarbeit machte ein paar Kreuze auf einem Fragebogen und klebte mir schliesslich einen Aufkleber auf den Pass, mit der Nummer 3. Ich war also nicht gefährlich, sollte aber trotzdem gründlich durchgecheckt werden. Das mit dem gründlich ist dann allerdings so eine Sache. Ich hatte nach München die Befürchtung, dass der Sicherheitscheck noch intensiver abläuft. Es handelt sich schliesslich um Israel.

In Israel wird auch das Gepäck das aufgegeben werden soll durchleuchtet. Wird darin irgendetwas gefunden, trägt man es selber (!) zu einer weiteren Kontrollstelle, wo ein Beamter gezielt in die Tasche greift und diese durchsucht. Ausgepackt wird nichts. Nicht einmal die Zahnpastatube. Ich wurde lediglich gefragt woher ich die Tuben habe, woraufhin ich antwortete „I brought them here“ (Ich habe die mitgebracht). Eine Nachfrage sollte mich wohl noch einmal testen „You brought them here or you bought them here?“ „I brought them here“ und schon war die Sache in trockenen Tüchern.

Ich ging nun zum Check in und gab mein Gepäck auf. Neben mir wurde ein Mann persönlich zum Check Inn geführt. Er sah aus wie der qliche Terrorist, mit Bart, groß und kräftig. Er hatte die Nummer fünf, wurde aber nicht bloßgestellt oder unfreundlich behandelt.

Der Sicherheitscheck beim Terminal war ebenfalls harmlos. Wir wurden normal durchleuchtet und ich konnte sogar meine 2 Liter Wasser Flasche (gefüllt) mit in den Flieger nehmen. Ich wurde ja vorher befragt und für ungefährlich befunden.

Ich selber empfand die Sicherheitskontrolle in Israel und das Profiling als wesentlich harmloser, als in Deutschland. Vielleicht hat das auch an den Sicherheitsbeamten gelegen, die sich immer nett bedankt haben und mir einen guten Flug wünschten. Vielleicht lag das auch an dem unkomplizierten Verfahren des Profilings. Letztlich wurden mir keine intimen oder unangenehmen Fragen gestellt. Die Profiler achteten nur auf meine Körperreaktionen. Ob Ich lüge, nervös bin oder mich verstelle. Der Mensch kann nicht Lügen, nicht einmal Schauspieler. Die Profiler sind darauf trainiert Lügner zu erkennen. Wenn man gut durchkommen will, muss man kooperieren und die Wahrheit sagen. Zumindest war für mich das Verfahren wesentlich angenehmer. Es wurde nicht mein Name notiert, es wurde nichts in ein EDV System eingegeben, wie das in München der Fall war und es wurde nicht in Kategorien eingeteilt, die diskriminieren. Ich wurde nie nach Religionszugehörigkeit gefragt und auch niemand anderes. Im Gegenteil: Die Muslimin (nicht praktizierend) in unserer Gruppe kam am leichtesten durch und bekam sogar  die Nummer 2.

Achja und die 2 Liter Wasser Flasche, die ich in Israel noch problemlos mit in das Flugzeug nehmen konnte, musste ich in München beim Sicherheitscheck abgeben. Wer ist hier also paranoid?

Ich folge der Aufforderung von netzpolitik.org und möchte mehrere E-mails und oder Briefe an die deutschen EU-Parlamentarierer schreiben. Ich werde dazu standardisiert einen Vorlagentext nehmen, den ich hier gerne der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchte, vielleicht kann man sich daraus Passagen kopieren, oder ihn sogar ganz komplett übernehmen, was hiermit ausdrücklich auch ohne Nennung des Autors gestattet ist!! Verbesserungsvorschläge, Korrekturen und ähnliches sind erwünscht!

********************

Sehr geehrter Herr/Frau XX

Erst vor kurzem hat es in der deutschen Innenpolitik Bestrebungen gegeben Internetseiten mit Kinderpornographischem Inhalt zu sperren, und so Pädophilen es nicht zu ermöglichen, kinderpornographisches Material herunterzuladen. Es gab sehr viel Widerspruch, vor allem aus den Reihen der Netzexperten die, die Unwirksamkeit von solchen Netzsperren beteuerten und die Befürchtungen äußerten, dass diese zu einer Zensur des Internets führen. Sie wurden durch die causa Netzsperren in Australien bestärkt, wo ein unschuldiger Zahnarzt mit seiner Webpräsenz auf die Sperrliste geriet. Es blieb allerdings nicht bei diesem Einzelfall. So war die große Mehrheit der Seiten auf der australischen Sperrliste nicht etwa mit kinderpornographischem Inhalt gefüllt, sondern es handelte sich sowohl um Glücksspielangebote, als auch um zwar Pornographische Seiten, aber ohne die illegale Kinderpornographie.

Auf der anderen Seite äußerten auch Kinderschutzbünde und Vereine von Opfern von Kindesmissbrauch, wie etwa MOGiS e. V. Bedenken, denn durch die Netzsperren würde genau das Prinzip, dass auch in vielen Familien herrscht, angewendet: Wegschauen!

Das Gesetz kam, meiner Meinung nach zum Glück, nicht zur Verkündung im Bundesgesetzblatt, geschweige denn zur Unterschrift beim Bundespräsidenten.

Soviel zu der deutschen Historie von Netzsperren.

Auf EU Ebene hat nun Cecilia Malmström einen ähnlichen Vorschlag, wie damals auf nationaler Ebene die Familienministerin und heute Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, zur Abstimmung vorgelegt, er soll nun, von den Mitgliedern ihres Ausschusses beraten werden.

Deutschland hat sich insofern durchgesetzt, als das auch Löschen eine Option ist. Ich begrüße ausdrücklich, dass Deutschland Löschen will, statt Sperren, weil die Sperren wie oben genannt nicht greifen und Kinderpornographie nicht verhindern, wie auch die Statistiken aus Schweden zeigen. Allerdings soll sowohl löschen, als auch Sperren, mit allen Nachteilen möglich sein. Hiermit sind wir wieder am Anfang der Diskussion, wo wir in Deutschland bereits einmal waren und den wir, so glaubte ich, bereits überschritten hätten.

Die Befürworter von Löschen und Sperren heben gerne den positiven Charakter von der beiden Möglichkeiten hervor, als wäre es möglich einen Kompromiss zwischen Zensur (Sperren) und für immer aus dem Web schaffen (Löschen), zu schaffen. Dieser Deal ist ein fauler Deal, denn er ändert nichts an der bisherigen Gesetzgebung in den Mitgliedsstaaten der EU. Ich bezweifle, dass es irgendein Land in der EU gibt, dass Kinderpornographisches Material nicht sofort löschen würde. Der Löschungszusatz ist also bloße Augenwischerei seitens der Netzsperren Befürworter.

Ein weiteres Argument, dass gerne vorgetragen wird, ist dass es unmöglich sei, Kinderpornographisches Material von russischen Servern, oder Servern in Bananenrepubliken zu löschen.

Mit diesem Argument werden nicht nur Vorurteile gegenüber Russland, oder Osteuropäische Länder (Balkan etc.) und deren rückständigem Rechtssystem bedient, sondern auch schlicht gelogen. Denn Bananenrepubliken haben eine schlecht ausgebaute Netzinfrastruktur und häufig gar nicht die Bandbreiten, die für einen regen Austausch von Kinderpornographischem Material notwendig sind, da, so zeigen sich kriminalistische Untersuchungen, vor allem Bilder und Video Daten getauscht werden.

Ebenso hat man herausgefunden, das vor allem auf Servern aus den USA, Deutschland und anderen (welchen??? Brauche Infos!!!) Industrieländern, die meisten kinderpornographischen Inhalte liegen. Zu diesen Ländern pflegt die EU und insbesondere Deutschland sehr gute Kontakte, sodass eine schnelle Löschung nie das Problem war und nie das Problem sein wird.

Stellen wir bis hier hin fest, Löschen war, ist und wird nie ein Problem sein. Das Problem sind hingegen die schlecht ausgerüsteten Polizeikräfte in den Internetkriminalitätsabteilungen der Landeskriminalämter, die auch noch an chronischer Unterbesetzung leiden.

Stellen wir weiter fest, dass Sperren nichts bringen und das Problem nicht durch ein Schild aus der Welt geschaffen wird.

Wenn ich meine Meinung anderen Leuten erklären muss, dann verwende ich gerne folgende Analogie:

„Man stelle sich ein Telefonbuch vor. In diesem Telefonbuch befinden sich viele Adressen mit Nummern von Besitzern von Kinderpornografischen Material, aber leider auch unschuldige Bürger, was sich leider nicht verhindern lässt, denn der Verlag, der das Telefonbuch herausgibt, weiss nichts davon und ordnet die Personen nur alphabetisch. Nun kommt die Polizei daher und reisst die Seite aus dem Telefonbuch und klebt statt dessen ein großes rotes Stoppschild in das Buch ein.“

Das Beispiel zeigt deutlich, wie wirkungslos und gefährlich Sperren sind. Die Nummern sind weiterhin erreichbar und letztendlich ist das Problem nicht aus der Weltgeschafft, sondern nur hinter einem Stoppschild verborgen.

Ich hoffe ich konnte Sie mit meinen Argumenten überzeugen, oder zumindest zum Nachdenken über ihre eigene Meinung anregen. Bitte bedenken Sie auch, dass Sie bei einer Abstimmung kein imperatives Mandat besitzen. Es kann ihnen keiner vorschreiben, wie Sie abzustimmen haben, weder ich, noch ihre Partei, noch ihre Fraktion im EU-Parlament.

Zu letzt möchte ich den Philosophen Hans Jonas zitieren, den ich selber für einen der wichtigsten Philosophen der Moderne halte:

Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“

Angewendet auf die causa Netzsperren bedeutet es für mich, dass die Gefahr der Schaffung einer Zensurinfrastruktur sehr hoch ist und in jedem Fall, selbst bei Zweifeln an dieser Behauptung, verhindert werden muss. Wenn auch nur die leiseste Möglichkeit besteht, dass zukünftige Regierungen eine rigide Politik gegen Oppositionen fahren, sind Netzsperren dafür das beste Mittel.

Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

XYXY

********************************************

Okay, ich hoffe der Text ist soweit in Ordnung. Ich habe aber persönlich das Gefühl, dass viele Argumente fehlen oder unzureichend belegt oder ausgeführt sind, deswegen seid ihr jetzt an der Reihe, helft mir den Text besser zu machen!